Mont Saint-Michel


Es schaut aus, wie sich Künstler und Autoren das legendäre Schloss Camelot von König Arthur ausmalten: das kleine Gemeindchen Le Mont Saint-Michel im französischen Département Manche. Mitten im Wasser thront eine Felsinsel auf dem sich Burgen-gleich Gebäude, Befestigungsanlagen und eine Abtei in den Himmel strecken. Mächtig, stark und wie eine Illusion wirkt dieses Gebilde. Doch ist es ganz real. Nur rund 50 Einwohner beherbergt die Insel – allesamt Ordensleute der Fraternité Monastique de Jérusalem.

Vor dem Jahre 700 war die Insel Mont Saint-Michel als Mont-Tombe bekannt und ohne große Bedeutung. Doch erschien im Jahre 708 dem Bischof Aubert von Avranches angeblich der Erzengel Michael, der ihm eindringlich den Auftrag erteilte, auf der unwirtlichen Fels eine Kirche zu errichten. Der Bischof jedoch ignorierte diese Weisung. Mehrmals erschien der Engel dem Gottesmann daraufhin erneut. Als der Bischof sich auch daraufhin nich rührte, erschien ihm Michael noch ein letztes Mal, wiederholte seinen Auftrag und brannte ihm als Mahnung ein Loch in den Schädel: erschüttert und gleichzeitig gerührt von diesem übernatürlichen Ereignis spurte Aubert nun und gab einen ersten Bau in Auftrag, den er sogleich dem Eingel widmete.
 
In folgenden Jahren und Jahrhunderten erlangte Mont Saint-Michel nicht nur religiöse, sondern auch militärische Bedeutung. So wurde die Insel im 15. Jahrhundert lange von den Engländern belagert, jedoch nicht eingenommen.
 
Der Vergleich von Mont Saint-Michel mit Camelot kommt nicht von ungefähr: Mont Saint-Michel wird in der Artussage selbst erwähnt. Ein Riese soll auf dem Eiland gelebt haben, den Artus selbst erschlug. Einige Sagengläubige vermuten darüber hinaus, dass der Heilige Gral sich in den Gemäuern des Klosters verberge.
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