Ballonsatelliten

Beim Anblick solcher Gebilde wird einem klar, wieso manch Pilot in der Zeit des Kalten Krieges meinte, UFOs und außerirdische Raumschiffe am Himmel zu sehen. Denn die sogenannten Ballonsatelliten erscheinen tatsächlich wie aus einer anderen Welt...


Die NASA experimentierte zwischen den 60er und Mitte der 70er Jahre mit den Teils riesigen Erdtrabanten – zwischen 20 und fast 50 betrug ihr Durchmesser. Gefertigt aus einer Alu-überzogenen Mylar-Hülle wurden die Luftsäcke mit einer kleinen Menge Gas gefüllt und mit einer Rakete in einem niedrigen Orbit ausgesetzt. In den knapp 1600 Kilometern Höhe dehnte sich das Gas durch den niedrigen Druck selbstständig aus und plusterte den Ballon kugelrund auf. Dort konnten sie zwischen drei und fast zehn Jahren – so lange hielten die Satelliten Echo 1 und 2 durch – ihren Dienst erfüllen.

Der Nutzen dieser frühen Satelliten war nicht gerade der größte oder umfangreichste. Denn meist dienten sie lediglich als passive Kommunikationsbaken. Heißt: musste ein Funksignal über große Entfernung gesendet werden, diente ein Ballonsatellit mit seiner Alu-Oberfläche als perfekter Reflektor, der die Funkwelle weiter schleuderte als es der Sender selbst es vermocht hätte.

Hauptsächlich jedoch wurden die Ballonsatelliten zur Satellitengeodäsie – der Erdvermessung – verwendet, wobei beispielsweise ihre Flugbahn beobachtet wird und sich hierdurch Rückschlüsse auf das Schwerefeld der Erde treffen lassen. Aber auch ließ sich mit ihnen die Hochatmosphäre erkunden. Hierfür werden sie auch heute noch bei einigen Forschungsprojekten eingesetzt.

Photos: Public Domain NASA