Die Superbäume von Singapur

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Singapur ist das neue Dubai. Okay, nicht wirklich. Jedoch hat der Insel-Stadtstaat nahe Malaysia ähnliche große Ambitionen wie das kleine Emirat. Nämlich sich als zukunftsweisende und aufstrebende Nation zu profilieren. Und dem will man natürlich auch architektonisch Ausdruck verleihen. Statt jedoch einfach das größte Gebäude der Welt hinzu klotzen, geht Singapur etwas feinfühliger vor und errichtete mit Gardens by the Bay eine grüne Wunderwelt samt Superbäumen.

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Knapp 101 Hektar umfasst die Gartenanlage in Singapur für die eigenes Land aufgeschüttet wurde das sich direkt an der Küste entlang schlängelt. Auf kleinen Hügeln ziehen sich dichte Graslandschaften dahin, einheimische Sträucher, Blumen und Bäume überspannen das gesamte Areal, das mit etlichen Wegen durchschnitten wird. Inmitten dieser Kunstlandschaft erheben sich zwei riesige Gewächshäuser: der Flower Dome und der Cloud Forest. In ersten, einem 38-Meter hohem Glaskonstrukt, finden sich unterschiedlichste Pflanzen wie Bambus, Dattelpalmen, Affenbrotbäume, Eukalyptus und Honigpalmen aus mediterranem, südamerikanischen und australischen Gefilden.
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Unter der rund 54 Meter hohen Kuppel des Cloud Forest hingegen rauscht ein Wasserfall und ziehen dicke Dampfschwaden umher, die tropischen Pflanzen umschmeicheln. Kaffeebäume, Orchideen, Flamingoblumen und hunderte Farne und Gräser.
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Besonders beeindruckend jedoch sind die Supertrees in den Gardens by the Bay. Das sind riesige 25 bis 50 Meter hohe Stahlgerüste, die die klassische Form von Mammutbäumen nachbilden. Echte Bäume sind sie also nicht. Stattdessen dienen sie als vertikale Gärten, in deren Stämmen Farne, Kletterpflanzen, Ananasgewächse und verschiedenste Blumen wuchern. Doch mehr noch sind die Supertrees auch Teil der ökologischen Betriebsart des Parks. Denn in den Kronen der Pseudo-Bäume wird mit Photovoltaik Strom gewonnen, mit Fangbecken Wasser für die Gewächshäuser gesammelt und einige der großen Kunstwerke sind zudem auch als Kühlturme ausgelegt.

Jedoch sind die Gardens by the Bay auch eine vollkommene Kunstwelt. Zwar hallen unter den Glaskuppeln Affenschreie umher und Vogelzwitschern. Doch kommt all das aus versteckten Lautsprechern. Echte Tiere gibt es in den Gärten quasi nicht.
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(All Pics CC - 1,2 by surveying - Public domain: Use these pix for any purpose; 3 by Bambi Corro III; 4,6 by 4nitsirk; 5 by jhecking)